MINT-Studiengänge per Fernstudium

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Ein Fernstudium in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik ist kein abgespecktes Präsenzstudium: Die Abschlüsse sind identisch, der Weg dorthin ist ein anderer. Lehrmaterial und Vorlesungsaufzeichnungen ersetzen den festen Stundenplan, Labor- und Prüfungstermine bleiben an feste Orte gebunden. Dieser Beitrag zeigt, welche MINT-Fächer sich im Fernstudium studieren lassen, wie die Praxisanteile organisiert sind und worauf bei der Auswahl zu achten ist.

MINT-Fächer in Zahlen

Im Wintersemester 2025/2026 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1.046.066 Studierende in MINT-Fächern eingeschrieben – 752.687 in den Ingenieurwissenschaften und 293.379 in Mathematik und Naturwissenschaften. Bei insgesamt 2.876.900 Studierenden entspricht das gut 36 Prozent aller Studierenden in Deutschland. Der Frauenanteil in MINT lag bei 33,2 Prozent, wobei er sich zwischen den Fächergruppen deutlich unterscheidet (Quelle: Destatis, Studierende in MINT-Fächern).

MINT-Studierende, WS 2025/26Ingenieurwissenschaften752.687Mathematik, Naturwissenschaften293.379MINT gesamt: 1.046.066 StudierendeFrauenanteil 33,2 Prozent, Quelle Destatis
Studierende in MINT-Fächern im Wintersemester 2025/2026 nach Fächergruppen. Datenquelle: Statistisches Bundesamt.

Welche MINT-Fächer im Fernstudium angeboten werden

Das Angebot ist in den anwendungsnahen Fächern am breitesten. Regelmäßig als Fernstudiengang zu finden sind:

  • Informatik und Wirtschaftsinformatik – der größte Block, weil Programmierarbeit ohnehin am Rechner stattfindet
  • Data Science und Künstliche Intelligenz – meist als Master, teils als Zertifikatsprogramm
  • Wirtschaftsingenieurwesen – häufig die Brücke für Berufstätige aus technischen Funktionen
  • Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik – mit fest terminierten Laborblöcken
  • Mathematik – als grundständiges Studium an der FernUniversität in Hagen
  • Umwelt-, Energie- und Verfahrenstechnik – meist berufsbegleitend als Master

Seltener sind Fächer mit hohem Laboranteil wie Chemie, Biologie oder Physik als Vollfernstudium: Sie lassen sich zwar theoretisch im Selbststudium erarbeiten, die Praktika bleiben aber an Hochschullabore gebunden. Wer ein solches Fach anstrebt, findet eher Teilzeit- oder Abendmodelle als ein reines Fernstudium.

Wie Labor- und Präsenzphasen organisiert sind

Ein MINT-Fernstudium besteht aus drei Bausteinen: Selbststudium mit Studienbriefen und Aufzeichnungen, betreuten Online-Phasen mit Übungen und Sprechstunden sowie Präsenzterminen. Letztere sind der Punkt, an dem sich Studienplanung entscheidet – Laborpraktika werden als Blockwoche oder als mehrere Wochenenden angesetzt und lassen sich nur begrenzt verschieben. Klausuren werden je nach Hochschule in Prüfungszentren, an Partnerstandorten oder online unter Aufsicht geschrieben.

Vor der Einschreibung sollten deshalb drei Fragen geklärt sein: Wie viele Präsenztage fallen im gesamten Studium an, wo finden sie statt, und wie weit im Voraus stehen die Termine fest. Für Berufstätige entscheidet das darüber, ob Urlaubstage oder Bildungsurlaub eingeplant werden müssen.

Hochschulen und Auswahl

Die FernUniversität in Hagen ist die einzige staatliche Fernuniversität in Deutschland und deckt mit Mathematik, Informatik und Wirtschaftsinformatik einen Teil des MINT-Spektrums ab. Daneben stehen private, staatlich anerkannte Fernhochschulen – die Wilhelm Büchner Hochschule mit technischem Schwerpunkt, die IU Internationale Hochschule mit breitem Online-Angebot sowie die AKAD University. Einen Überblick über deren MINT-Programme gibt die Anbieterseite zu MINT-Studiengängen an der AKAD.

Für den neutralen Vergleich eignet sich der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz. Dort lassen sich Studiengänge nach Studienform, Abschluss und Hochschultyp filtern; verzeichnet sind ausschließlich staatlich anerkannte Hochschulen. Zwei Kriterien sind bei der Auswahl entscheidend: die Akkreditierung des Studiengangs und die Frage, ob der Abschluss zu einem konsekutiven Master oder zum höheren Dienst berechtigt.

Zugang ohne Abitur

Beruflich Qualifizierte können in allen Bundesländern auch ohne allgemeine Hochschulreife studieren. Wer eine Meister-, Techniker- oder gleichwertige Fortbildungsprüfung abgeschlossen hat, erhält in der Regel einen allgemeinen Hochschulzugang; mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufspraxis ist ein fachgebundener Zugang möglich, teils nach Eignungsprüfung oder Probestudium. Die genauen Bedingungen legen die Länder und die einzelnen Hochschulen fest.

Was ein Fernstudium an Selbstorganisation verlangt

Der häufigste Abbruchgrund im Fernstudium ist nicht der Stoff, sondern die Zeitplanung. Ohne festen Stundenplan verschiebt sich das Lernen leicht auf „später“, und in Klausurphasen entsteht daraus ein Rückstand, der sich neben einer Vollzeitstelle kaum aufholen lässt. Bewährt hat sich, feste Lernblöcke wie Termine zu behandeln und die Modullast am Anfang niedrig anzusetzen – ein Modul weniger im ersten Semester ist leichter zu korrigieren als ein nicht bestandener Prüfungsversuch.

Rechnen Sie bei halber Modullast mit etwa 15 bis 20 Wochenstunden für Studienbriefe, Übungsaufgaben und Einsendearbeiten. In Mathematik-lastigen Modulen liegt der Aufwand am Anfang höher, weil Grundlagen aus der Schulzeit oft aufgefrischt werden müssen. Viele Hochschulen bieten dafür Vorkurse an, die vor dem ersten Semester belegt werden können.

Woran man ein seriöses Angebot erkennt

Drei Prüfpunkte reichen für eine erste Einordnung. Erstens: Ist die Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert? Beides steht im Hochschulkompass und auf der Seite des Akkreditierungsrats. Zweitens: Welche Kosten stehen in der Gebührenordnung – inklusive Prüfungsgebühren, Wiederholungsversuchen und Verlängerungssemestern? Drittens: Gibt es ein Widerrufs- oder Testrecht, und wie lange laufen die Kündigungsfristen des Studienvertrags? Private Anbieter arbeiten mit Verträgen, deren Laufzeit die Regelstudienzeit überschreiten kann.

Kosten, Dauer und Finanzierung

Ein Bachelorstudium ist im Fernstudium meist auf sechs bis acht Semester in Vollzeit angelegt und in Teilzeitvarianten entsprechend länger; die Regelstudienzeit wird bei berufsbegleitender Belegung häufig verdoppelt. Die Gebühren unterscheiden sich stark: An der staatlichen Fernuniversität fallen Kursgebühren pro belegtem Modul an, private Fernhochschulen rechnen monatlich ab. Prüfen Sie vor der Anmeldung, ob Prüfungsgebühren, Laborzuschläge und Verlängerungssemester im genannten Preis enthalten sind – Angaben können sich ändern, verbindlich sind die aktuellen Studien- und Gebührenordnungen der Hochschule.

Zur Finanzierung gibt es mehrere Wege. Fortbildungs- und Studienkosten lassen sich unter bestimmten Bedingungen steuerlich geltend machen; welche Förderprogramme daneben greifen, beschreibt der Beitrag dazu, wie sich Fortbildungskosten im MINT-Bereich steuerlich absetzen lassen. Manche Arbeitgeber beteiligen sich an den Gebühren, meist verbunden mit einer Bindungsfrist.

Fernstudium im Vergleich zu anderen Studienformen

Das Fernstudium ist nur eine von mehreren Formen, ein Studium neben dem Beruf zu absolvieren. Welche Modelle es sonst gibt und wie sie sich unterscheiden, zeigt der Überblick zum berufsbegleitenden Studium konkret im MINT-Bereich. Warum diese Form an Zuspruch gewinnt, ordnet der Beitrag berufsbegleitend studieren als wachsender Trend ein. Wer noch keine Berufsausbildung abgeschlossen hat, findet mit dem dualen MINT-Studium eine Alternative, die Betrieb und Hochschule von Anfang an verbindet.

Angebote zur MINT-Nachwuchsförderung setzen früher an. Ferienformate wie die MINT-Girls-Camps richten sich an Schülerinnen und sollen den Einstieg in technische und naturwissenschaftliche Fächer erleichtern – ein Ansatzpunkt für den in den Statistiken sichtbaren Geschlechterunterschied.

Flexibles Fernstudium In MINT-Fächern
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Häufig gestellte Fragen

Ist ein Fernstudienabschluss gleichwertig zum Präsenzstudium?

Ja. Bachelor- und Masterabschriften unterscheiden nicht nach Studienform, sofern der Studiengang akkreditiert und die Hochschule staatlich anerkannt ist. Ob beides zutrifft, lässt sich im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz prüfen.

Wie viele Präsenztermine fallen an?

Das hängt vom Fach ab. In Informatik und Wirtschaftsinformatik beschränken sich Pflichttermine oft auf Klausuren, in Maschinenbau oder Elektrotechnik kommen Laborblöcke hinzu. Die Studienordnung der jeweiligen Hochschule nennt die Zahl der Präsenztage verbindlich.

Kann ich ohne Abitur ein MINT-Fernstudium beginnen?

In allen Bundesländern gibt es Zugangswege für beruflich Qualifizierte. Ein Meister-, Techniker- oder Fachwirtabschluss eröffnet in der Regel den allgemeinen Hochschulzugang; mit Berufsausbildung und mehrjähriger Praxis ist ein fachgebundener Zugang möglich. Die Details regeln die Länder und die Hochschulen.

Wie lange dauert ein MINT-Fernstudium neben dem Beruf?

Bachelorstudiengänge sind auf sechs bis acht Semester Vollzeit ausgelegt. Wer berufsbegleitend weniger Module pro Semester belegt, verlängert die Studienzeit entsprechend – häufig auf zehn bis zwölf Semester. Viele Hochschulen erlauben eine kostenfreie Verlängerung um einige Semester.

Lassen sich Vorleistungen anrechnen?

Ja, sowohl Studienleistungen anderer Hochschulen als auch außerhochschulisch erworbene Kompetenzen, etwa aus einer Aufstiegsfortbildung. Über die Anrechnung entscheidet der Prüfungsausschuss der Hochschule; ein Antrag lohnt sich vor Studienbeginn, weil sich Dauer und Gesamtkosten dadurch spürbar verringern können.

Quellen und weiterführende Links